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   USB-Sticks: Mega-Schrott statt Gigabyte

Mit manipulierten USB-Sticks werden täglich wertvolle Daten vernichtet. Bei Billigspeichern ist die Gefahr besonders groß, die Kapazität nicht selten wesentlich kleiner als angegeben. Dazu kommen Defizite in Schnelligkeit und Kompatibilität. Die Folgen für den Nutzer können katastrophal sein.

Wenn es um Datensicherheit geht, versteht George Linardatos, Leiter der deutschen Transcend Niederlassung in Hamburg, keinen Spaß: "Mit USB-Sticks werden heute Informationen weitergegeben, die für die Nutzer oftmals von entscheidender Bedeutung sind. Ob es nun die wichtige Präsentation ist, die sich ausgerechnet im Konferenzraum des Kunden nicht öffnen lässt, die Bewerbungsunterlagen, die sich nicht abrufen lassen, bis zur "zerschossenen" Examenshausarbeit - wer heute bei USB-Sticks sparen will, muss später oft teuer bezahlen."
 
Für viele Nutzer unterscheiden sich USB-Sticks bei identisch angegebener Speicherkapazität allenfalls in Farbe, Form und Preis. Dass es dabei nicht nur große Qualitätsunterschiede gibt, sondern auch echte Betrugsversuche am Kunden, ist längst kein Branchengeheimnis mehr. Denn nicht immer stimmen Kapazitätsangabe und der tatsächlich nutzbare Speicherplatz überein. Die USB-Sticks sind manipuliert, dem Käufer wird bewusst eine falsche Kapazität vorgetäuscht. Und das nicht nur auf der Verpackung, sondern auch bei der Meldung ans Betriebssystem. Längst kein Einzelfall mehr: Übersteigt bei diesen manipulierten USB-Sticks die aufgespielte Datenmenge das tatsächlich verfügbare Volumen, werden vorherige Daten gelöscht.
 
"Um den USB-Flash-Controller zu überlisten und mehr Speicher an das Betriebssystem zu melden, als tatsächlich vorhanden ist, muss schon ein gewisser Aufwand betrieben werden. Hier wird offensichtlich mit krimineller Energie großer Schaden in Kauf genommen", so George Linardatos.
 
Wer unsicher ist, ob sein USB-Stick die angegebene Speicherkapazität erreicht, kann sich zwar unter http://www.heise.de/software/download/ h2testw/50539 eine spezielle Testsoftware kostenlos runterladen, vor Frust wegen Abzocke hilft die allerdings auch nicht viel. Immerhin kann man den Stick nach negativen Tests zum Händler zurückbringen. Wer sich diesen Gang sparen möchte, sollte auf Markenprodukte im Fachhandel zurückgreifen.
 
Sicherheit bei USB-Sticks - Worauf der Käufer achten sollte:
 
1. Betrug
Nicht immer stimmen Kapazitätsangabe und tatsächlich vorhandene Kapazität überein. USB-Sticks werden manipuliert und es wird dem Konsumenten bewusst eine falsche Speichermenge vorgegaukelt. Im schlimmsten Fall kann dieser Betrug zu unwiederbringlichen Datenverlusten führen. Informationen und Bewertungen von Käufern zu den verschiedenen Anbietern finden sich im Internet. Vor dem Kauf sollten Käufer sich einen Überblick verschaffen und Markenartikeln vertrauen.

2. Die Schnelligkeit des Datenaustausches
Zeit ist Geld. Auch beim Datenaustausch spielt die Geschwindigkeit zwischen PC/Laptop und dem USB-Stick eine wichtige Rolle. Oftmals dauert der Datentransfer bei günstigen Anbietern deutlich länger als bei hochwertigen Produkten. Ein wichtiger Aspekt ist die Lese- und Schreibgeschwindigkeit. Die Lese- ist immer höher als die Schreibgeschwindigkeit. Wenn nur eine Angabe auf der Verpackung zu lesen ist, handelt es sich normalerweise um die Lesegeschwindigkeit. Vor dem Kauf sollte man nach beiden Geschwindigkeiten fragen.

3.  Single-Level-Cell (SLC) / Multi-Level-Cell (MLC) NAND Flash Chips
Je nach Bedürfnis des Verbrauchers, sollte sich selbiger für eine Chipart bei einem USB-Stick entscheiden. Wünscht der Verbraucher einen günstigen USB-Stick, so trifft er mit einem MLC-Chip die richtige Wahl. Sind für den Verbraucher schnelle Datenübertragungsraten, ein sehr geringer Stromverbrauch und eine lange Lebensdauer des Sticks wichtiger, so sollte er auf USB-Sticks mit SLC-Chips zurückgreifen.

4.  Sicherheit
Wer wichtige Daten mit seinem USB-Stick transportiert, sollte darauf achten, dass dieser über einen passwortgeschützten Sicherheitsbereich verfügt. Damit sind die Dateien bei Verlust oder Diebstahl rudimentär gesichert. Jedoch sollte man bedenken, dass kein Passwort absolut sicher ist. Auf manchen Marken-USB-Sticks sind zusätzlich Programme zur Datenverschlüsselung vorinstalliert bzw. werden auf einer entsprechenden CD mit ausgeliefert oder zum Download bereit gestellt. Für ganz besonders sensible Daten gibt es USB-Sticks mit biometrischer Fingerabdruck-Erkennung, wie zum Beispiel den Transcend JetFlash 220.

5. Kompatibilität
Jeder USB-Stick sollte die aktuellsten Versionen des Betriebssystems "Windows" unterstützen. Bessere USB-Sticks erkennt man daran, dass diese auch ältere Betriebssysteme wie Windows 98 SE unterstützen. Wenn ein USB-Stick sogar unter Mac OS und Linux läuft, kann man sicher sein, Qualität in den Händen zu halten.

6.  Zuverlässigkeit
Der Kunde sollte beim Verkäufer nach der Garantie eines USB-Sticks fragen. Nur sehr wenige Unternehmen geben auf ihre USB-Sticks wie Transcend eine Garantie von 30 Jahren. Die Faustregel lautet dabei: je länger die Garantie, desto hochwertiger die verwendeten Komponenten.

7.  Zusätzliche Software als kostenloser Mehrwert
Der Interessierte sollte sich nach den zusätzlichen Features eines USB-Sticks erkundigen. Viele Anbieter verkaufen "nur" einen USB-Stick. Markenhersteller bieten in der Regel Mehrwert wie eine auf den jeweiligen USB-Stick angepasste Software. Die Firma Transcend beispielsweise fügt ihren USB-Sticks das Programm "JetFlash Elite" mit folgenden Features bei:

o Automatisches Website-Login mit den registrierten Nutzerdaten (Microsoft IE)
o PC-Lock Sperrfunktion: macht aus dem JetFlash™ einen Schlüssel für den PC
o Mobile Internet-Favoriten: Speichern von Internetadressen (nur Microsoft IE)
o Secret-Zip-Datei-Verschlüsselung: Komprimieren und/oder schützen von gespeicherten Daten mit Verschlüsselung nach sicherem 256-bit AES Standard.
o Mobile E-Mail Lösung: sicherer Versand, Empfang, Speicherung von E-Mails
o DataBackup Daten-Sicherung
o My JetFlash: Zugriff auf JetFlash™ Daten mit einem Klick
o OnlineUpdate der Software
 
8 . Elektromagnetische Verträglichkeit
Grundsätzlich müssen seit 1996 alle technischen Produkte eine CE-Kennzeichnung haben. Diese weist aus, dass das Produkt den geltenden europäischen Richtlinien entspricht: Die von dem Stick ausgehende elektronische Strahlung muss so gering sein, dass diese keine anderen Geräte beeinflusst. Leider bedeutet die CE-Kennzeichnung nicht in jedem Fall, dass das Produkt durch unabhängige Stellen auf die Einhaltung der Richtlinien überprüft wurde. Gründe hierfür sind die teuren Tests sowie eine aufwendigere Produktion. Um sicher zu gehen, dass der USB-Stick diese Kontrolle durchlaufen hat, sollte der Verbraucher auf Marken-USB-Sticks zurückgreifen.

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