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   Der totale PC-Overkill
Die IT-Welt steckt voller faszinierender Chancen, doch sie birgt – beileibe nicht nur für Neueinsteiger – auch so manche Fallstricke. Es liegt uns fern, Ihnen den Spaß an der Beschäftigung mit ihrem Rechner verderben zu wollen. Trotzdem zeigen wir in der Folge einige Möglichkeiten, sich als PC-User in gehörige Schwierigkeiten zu begeben.
 
Energie-Junkies
 
Was den PC in den Achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts so richtig bekannt und erfolgreich gemacht hat, ist sein modulares Konzept. Falsche Entscheidungen bei der Bedienung von PCs zeigen nicht immer derart offensichtliche Folgen, wie auf unserem Foto (oben). Trotzdem haben Umsicht und überlegtes Handeln schon manchen User davor bewahrt, seinen Rechner in wenigen Augenblicken unbrauchbar zu machen. Im Gegensatz zu den damals klassischen Homecomputern kann man einen PC mit Steckkarten und Peripheriegeräten verschiedenster Hersteller aufrüsten. Festplattenplatz gibt es ohnehin nie genug, deshalb bauen Sie am besten vorsorglich eine zweite Harddisk in Ihr Gerät ein. Dann hilft man der Grafikleistung mit einer gut bestückten Videokarte auf die Sprünge und wenn man das richtige Gehäuse besitzt, kann auch an eine Verschönerung des PCs mit zusätzlichen Lüftern und Beleuchtungskörpern gedacht werden.Denken Sie bitte außerdem an einen kompakten Scanner, der allein über ein USB-Kabel an den Rechner angeschlossen wird. Auch viele externe Festplatten funktionieren nach dem gleichen Prinzip. Treiber installieren – anschließen – fertig.
 
Nichts geht mehr
 
Plötzlich fängt Ihr PC an, sich komisch zu verhalten und funktioniert nicht mehr richtig. Was ist passiert? Ganz einfach! Jedes PC-Netzteil besitzt eine bestimmte Leistung. Die Summe der Leistungen aller Verbraucher darf nicht höher sein, als die Ausgangsleistung des Netzteils, wobei man nicht vergessen darf, dass nicht nur die angeschlossene Peripherie (ohne eigene Stromversorgung), sondern auch das Motherboard oder die CPU Leistung verbrauchen. Abhilfe schafft, wer den Umfang seiner Erweiterungspläne von Beginn an richtig einschätzt und ein entsprechend starkes Netzteil für den PC auswählt.
 
Ziehen Sie sich mit Ihrem Notebook wieder mal in das hauseigene Schlafgemach zurück. Das ist so richtig gemütlich, besonders an kühlen und regnerischen Tagen.
 
Besonderes Augenmerk sollte darauf verwendet werden, das Gerät warm in die Bettdecke einzupacken. Schließlich darf die empfindliche Elektronik keine Schrammen abbekommen. Danach starten Sie am besten ein Action- Game, das Ihren digitalen Begleiter - genauer gesagt dessen Grafikkarte und CPU - ordentlich fordert. So ein Spiel kann ganz schön hitzig ablaufen und nach einer Weile werden Sie spüren, dass Ihr Notebook immer mehr Wärme abstrahlt.
 
Warum ist es plötzlich so laut?
 
Auch den Lüfter des Notebooks könnten Sie in dieser Situation bald zunehmend laut hören. Und nach einer weiteren Weile ist schließlich Schluss. Das Notebook wird sich mit einem kurzen Klick verabschieden und seine Funktion einstellen.
 
Wärmestau unter den Federn
 
Durch die Verwendung im Bett haben Sie die bei Notebooks ohnehin kritische Wärmeabfuhrsituation weiter verschlimmert. Die meisten Geräte besitzen nur schma le Lüftungschlitze. Außerdem ist im kompakten Gehäuse wenig Platz für eine problemlose Luftzirkulation. Werden die Luftschlitze durch eine Bettdecke „verstopft“, entsteht im Geräteinneren ein Wärmestau, der zu einer Überhitzung führen kann. Im besten Fall wird nur der thermische Schutz dieser elektronischen Bauteile aktiviert und das Notebook ist nach der Abkühlung wieder verwendbar. Mit etwas Pech kann es aber auch zu einer Beschädigung von Komponenten kommen. Wer sein Notebook trotzdem im Bett einsetzen möchte, sollte dabei ein Buch als Unterlage zwischen Gerät und Decke schieben, damit die Luftzirkulation aufrecht bleibt.
 
Keine Virenhysterie
 
Leben die Hersteller von Sicherheitssoftware nicht davon, uns unsicheren Computer-Usern ständig mit irgendwelchen Horror-Geschichten Angst und Schrecken einzujagen, um dann regelmäßig ihre überteuerten Anti-Viren- und -Hacker-Tools an den Mann (oder die Frau) zu bringen? Davon abgesehen bremst Software zur EchtzeitÜberwachung den PC nachgewiesenermaßen völlig aus, wovon wiederum die Hardware- Industrie profitiert. Doch nicht mit Ihnen! Sie besuchen ohnehin (fast) nur Webseiten vertrauenswürdiger Anbieter. Auf einen Echtzeitschutz verzichten Sie aus Performancegründen. Es reicht sicher auch, einmal monatlich Ihre Festplatten mit einem Virenscanner zu überprüfen.
 
Wer so denkt, wird mit ziemlicher Sicherheit bald einen Virus auf seinem System vorfinden, der dem Rechner binnen kürzester Zeit den Garaus macht. Dass die Security-Branche mit Ihren Schock-Meldungen bisweilen übertreibt, um das Geschäft zu beleben, mag sicher richtig ein. Und das der PC ohne Echtzeit-Virenscanner schneller läuft, bestreitet auch niemand.
 
Sicherheit geht vor
 
Beide Einwände sind jedoch kein Grund, auf diesen ständigen virtuellen Sicherheitsgurt für den PC zu verzichten. Die Vorteile stehen in keinem Verhältnis zum erforderlichen Aufwand, um den Rechner im Fall eines Virenbefalls wieder einsatzfähig zu machen.
 
Gewitterstimmung
 
Lassen Sie sich dabei keinesfalls von irgendwelchen Angsthasen einreden, man sollte das während eines Gewitters aufgrund der Möglichkeit eines Stromausfalls besser sein lassen. Behaupten diese Menschen doch tatsächlich, mehrere Stromausfälle - und damit Systemabstürze - innerhalb eines kurzen Zeitraums könnten die Systemstabilität derart beeinträchtigen, dass der PC nicht mehr ordnungsgemäß bootet. Ganz große Pessimisten sprechen sogar von der Möglichkeit, dass einzelne Komponenten durch Überspannung im Stromnetz während des Gewitters Schaden nehmen könnten. Gegen Gefahren dieser Art werden so genannte Überspannungsfilter im Steckdosenformat verkauft, doch auch diese sind natürlich nur etwas für Angsthasen…
 
Die Sache mit dem Magnetismus
 
Falls Sie in Ihrem Wohnzimmer mit Platzproblemen zu kämpfen haben, als Tele-Worker diesen Raum aber trotzdem unbedingt brauchen, müssen Sie bloß Ihre Einrichtungsgegenstände etwas umstellen und schon lässt sich auch ein PC ohne Probleme in diesem Raum unterbringen.
 
Hinter oder neben einer Lautsprecherbox fällt ein PC-Gehäuse übrigens gar nicht so sehr auf. Problematisch wird es freilich, wenn die Lautsprecher ungenügend gegen magnetische Felder abgeschirmt sind und vor allem das Magnetfeld eines größeren Basslautsprechers kann eine Gefahr für die Festplatte in jedem PC darstellen.
 
Riskanter Lautsprechermagnet
 
Weil die Daten der Harddisk selbst aufgrund des elektromagnetischen Prinzips gespeichert werden, kann ein Magnetfeld diese Daten unbrauchbar machen. Auch das Bild eines in Verbindung mit dem PC verwendeten Röhrenmonitors kann übrigens durch ein Magnetfeld gestört werden.
 
Radikal Platz schaffen
 
Immer wieder das gleiche Problem! Im Internet finden Sie täglich nützliche Software, die sogleich auf dem Rechner installiert wird. Über kurz oder lang sind auch größere Festplatten hoffnungslos überfüllt.
 
Auf der Suche nach zu löschenden Dateien stoßen Sie schnell auf Verzeichnisse, wie etwa c:windowssystem. Noch nie haben viele User von den meisten der dort enthaltenen Dateien je etwas gehört, also können diese doch nicht so wichtig sein, oder etwa doch? Die Entfernung von Dateien, die Sie nicht selbst installiert haben oder deren Funktion Ihnen unbekannt ist, stellt generell einen sicheren Weg dar, um die Systeminstallation unbrauchbar zu machen. Von derartigen Löschaktionen sollten Sie daher besser absehen und stattdessen ein bekanntes Programm deinstallieren.
 
Richtig saubermachen
 
Und es ist auch wichtig, sich von nicht mehr benötigten Programmen zu trennen. Denn je mehr Software man installiert hat, desto langsamer wird das System. Dabei sollte man sich aber vom bloßen Entfernen fernhalten. Einfach den Ordner zu schnappen und in den Papierkorb zu transferieren, hat noch keinem Computer gut getan. Deshalb ist es wichtig, unter der Systemsteuerung den Software-Menüpunkt auszuwählen und von dort aus die nicht mehr benötigten Programme zu deinstallieren.
 
Geheimakte Registry
 
Nur so werden etwa auch die versteckten Registry-Einträge gelöscht, die maßgeblich dafür Verantwortung tragen, dass der Computer irgendwann einmal in die Knie gezwungen wird. Leider haben es viele Softwareprogramme noch immer nicht zuwege gebracht, sich lückenlos wieder deinstallieren zu lassen. Dafür gibt es dann sogenannten System- Tools, die die Registry von unbrauchbaren Einträgen befreien und das System wieder schlanker machen.
 
Falscher Takt
 
Gerade die experimentierfreudigen Spieler sehen sich überzogenen Dimensionen bei den Hardwareanforderungen gegenüber. Alle zwei Monate müsste da ein neuer Rechner her, um die aktuellsten Spiele bei höchster Detailstufe genießen zu können. Und das kann man sich in der Regel nicht leisten.
 
Deshalb greifen User gerne zum Übertakten Ihrer Systeme, mit dem Ziel eine höhere Leistung zu erhalten. Doch beim Betreiben von diversen Komponenten (etwa CPU, Grafikkarte usf.) außerhalb ihrer Spezifikationen erlischt nicht nur die Garantie des Herstellers, sondern es sinkt in der Regel auch die Lebenserwartung der übertakteten Bauteile. Denn durch einen höheren Takt und vor allem die erhöhte Spannung wird die Elektromigration begünstigt. Und die Verlustleistung steigt linear mit dem Takt und quadratisch mit der Spannung. Zudem stellt auch die entstehende Hitze beim Übertakten eine Gefahrenquelle dar. Vor allem bei älteren CPU-Modellen führt zu hohes Übertakten bzw. zu wenig Kühlung oder Kühlungsausfälle zu thermischen Schäden.
 
Heiße Software für lau
 
Da manche Preise für Software und Spiele ganz schön geschmalzen sind, ist der eine oder andere User dazu verleitet, die Gratis-Alternativen zu aktivieren. Insbesondere File-Sharing-Dienste wie Kazaa und Konsorten werden hier gerne herangezogen.
 
Doch das Herunterladen und Installieren von gecrackter Software kann Sie oft teurer zu stehen kommen als der reguläre Kaufpreis. Denn dort, wo „Spiel X“ draufsteht, muss nicht unbedingt „Spiel X“ drinnen sein. Das Herunterladen von unbekannten Files von ebensolchen Quellen gleicht einem russischen Roulette und nicht selten beklagen User nicht bloß die umsonst heruntergeladenen Gigabytes, sondern neu auftretende Computerprobleme gleich mit.
 
Der Faktor Zufall
 
Es gibt sie auch bei den Computern: Die Montags Rechner. Man kann auch einfach nur einmal Pech haben und der Computer läuft generell nicht so wie gewünscht oder er stürzt aus heiterem Himmel einfach mal ab.
 
Im Grunde genommen sollte letzteres für kein großes Kopfzerbrechen sorgen, wenn man... Ja, wenn man die Systemwiederherstellung aktiviert und regelmäßige Backups angelegt hat. Nur so ist gewährleistet, dass Sie Ihr System wieder in den ursprünglichen, nicht zu weit zurückliegenden Zustand versetzen. Und das ist dann nicht einmal mit größerem Arbeitsund Zeitaufwand verbunden.
 
Ausschalten, wenn nichts mehr hilft
 
Bei sogenannten „Montags-Rechnern“ empfiehlt es sich dann aber doch, den PC umzutauschen oder reparieren zu lassen. Denn nichts ist ärgerlicher als ein bockiger PC. Und wenn man schlussendlich gar keinen Bock mehr auf den Computer hat, dann muss man sich nicht unbedingt unsere Zehn PC-Vernichtungstipps zu Herzen nehmen, sondern es genügt, einfach und ganz sanft den Computer für unbestimmte Zeit herunterzufahren.
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